Aktuelles

Botrosecco, Maremma Toscana DOC, Le Mortelle, 2013

Die Fattoria Le Mortelle gehörte einstmals zu einem grösseren Komplex, der bereits auf den Landkarten von Leopold II. um die Mitte des 19. Jahrhunderts verzeichnet ist. Sie liegt im Herzen der Bassa Maremma, dem Flachland am Meer, in der Provinz Grosseto etwa 9 km von Castiglione della Pescaia entfernt. Sie erstreckt sich über 270 ha, davon 160 ha Weinberge, auf denen vorwiegend Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Sangiovese kultiviert werden; hinzu kommen Bestockungen jüngeren Datums mit verschiedenen weissen Varietäten wie Vermentino, Ansonica und Viognier. Die Familie Antinori erwarb das Gut im Jahr 1999, überzeugt davon, dass dieses Anbaugebiet zur Produktion von Qualitätsweinen ganz besonders berufen ist. Mortella ist der Name der wilden Myrthe, eines die Küstenzonen prägenden Strauchs, der Symbol der Fattoria ist. Die neue Kellerei liegt zu einem grossen Teil unter der Erde, um die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Sie wurde so konstruiert, dass die Temperatur ausgleichende Wirkung des Felsgesteins in tieferen Bodenschichten genutzt wird, und unter grösstmöglicher Schonung und Bewahrung des Gleichgewichts der Natur: Energieeinsparung dank „kaskadierender“ Technik (Schwerkraft statt Pumpen) im Produktionszyklus, Phytoreinigung des genutzten Wassers, das der Umwelt wieder zugeführt wird, Nutzung ausschliesslich erneuerbarer Energiequellen. (www.antinori.it – Le Mortelle)

Hersteller: Fattoria Le Mortelle, Loc. Ampio, Castiglione della Pescaia (GR)
Region: Toscana
Land: Italien
Art: Rotwein
Trauben: 60% Cabernet Sauvignon, 40% Cabernet Franc
Preis CHF: 19.50
zu kaufen bei: Schubi Weine
Hinweis: —

Persönliche Wertung:
Preis/Leistung: sehr gut | Ranking: sehr gut

Auszeichnungen
Jahrgang Gambero Rosso
(bicchieri)
Duemila Vini
(grappoli)
Veronelli
(stelle)
Parker, andere
(x/100 Punkte)
2012 2      
2013        
       

An der Nase intensive Pfefferminznoten, die sich mit süsseren Noten von reifen kleinen roten Früchten und Gewürz verbinden. Am Gaumen samtig, würzig, kräftig, mit vibrierendem Finale und fruchtigem Nachgeschmack. (www.antinori.it – Le Mortelle)

Tiefes Rubin mit violetten Reflexen. In der Nase intensiv, ehrlich und wunderbar fruchtig-würzig. Schwarzbeerig, an süsses Cassis erinnernd. Brombeerkonfitüre, Minze, warme Gewürze. Im Gaumen satt und griffig. Die Gerbstoffe sind von guter, reifer Qualität. Solide Aromatik und gekonnt strukturiert. Der Abgang gestaltet sich lange und wird von viel reifer, schwarzer Frucht begleitet. (SCHUBI Weine)

IMG_0485IMG_0486Na was haben wir denn hier degustiert, Erika und ich? Ah, einen Maremma Toscana DOC! Dieses DOC gibt es gerade mal seit 2011 (gemäss Italian Wine Central.com) – etwa vergleichbar mit Chianti DOCG – alles in allem also ein riesen Weinanbaugebiet mit eigenem DOC!?! Wer auch immer hinter diesen Besprebungen steckt: die Bezeichnung DOC tönt natürlich allemal besser als IGT (= in despektierlichem Deutsch: typischer Wein aus der Region!).

Der hier vorgestellte Wein würde also, gemäss obigen Bestrebungen „CABERNET“ heissen dürfen: dh. mindestens 85% Cabernet Franc und/oder Cabernet Sauvignon, was der Wein locker erfüllt, weil 100% aus den beiden Trauben gefertigt.

Zum Wein selber: Auch wenn einmal mehr Antinori hinter dem Weingut steckt, und das Weingut selber zu den wirklich grösseren zählt (immerhin 160 ha Weinanbaufläche – dies ergibt schnell mal 500’000-600’000 Flaschen Wein – abhängig der Traubenqualitäten, welche zur Weinherstellung verwendet werden), ist der Botrosecco ein Gedicht! Ein Wein mit einem wunderbar vollendeten Bouquet in der Nase, einer Fülle von Eindrücken im Gaumen – siehe oben, die verschiedenen Interpretationen – und einem samtig weichen, einfach wunderbarem Abgang. Jetzt ehrlich, was will man mehr? Und zu einem Preis, der selbst in der Schweiz als adäquat gilt! Quintessenz: wieder kaufen, ohne sich umzudrehen und geniessen! Super Wein zu einem super guten Preis.

Die Fattoria „Le Mortelle“ stellt gerade mal 4 Weine her: einen Weissen (Vermentino, Viognier und Ansonica: sehr zugänglicher, süffiger Weisser mit einem tollen Fruchtbouquet, feiner Würze und elegant trocken – sehr gut und zu einem günstigen Preis: € 10.50 direkt bezogen oder bei Bindella für CHF 16.–), einen Rosé (wohl ganz neu, weil noch nicht mal auf der Homepage erwähnt), den hier beschriebenen Roten „Botrosecco“ und einen „Riserva“ mit Namen „Poggio al Nane“ (beides Cabernet Sauvignon- bzw. Franc-Weine). Gemäss Hinweis auf der Homepage werden auch grössere Mengen Sangiovese angebaut – für den Rosé? Wie auch immer: ich glaube, dass die schiere Menge an Wein auch noch für andere Labels der Antinoris verwendet werden.

Und wenn denn wieder einmal mehr ein Besuch in der Toscana, bzw. Maremma angesagt ist, dann auf jeden Fall bei Le Mortelle (wilde Myrthe) vorbeischauen! Und sei dies nur, um die Fattoria zu bewundern, welche als „high sophisticated“ bezeichnet werden darf: ultra modern, nach den Grundlagen höchster ökologischer Effizient gebaute Fatturia; Architektur vom Feinsten, gemessen an den heutigen Möglichkeiten; und trotzdem Naturnah – mit den Worten von Antinori: Präzisionslandwirtschaft, gezielter Pflanzenschutz, Gründüngung (natürliche Düngung), mit dem Ziel, Eingriffe auf das unbedingt Erforderliche zu beschränken. Hat eine der derzeit fortschrittlichsten Kellereien: 1. Unterirdische Kellerei mit Dachbepflanzung; 2. „kaskadierende“ Vinifizierung; 3. Energieeinsparung (Beleuchtung durch „Lamellen-Öffnungen“, natürliche Temperaturverhältnisse und Luftbefeuchtung der barrique-Kellerei durch die natürliche Feuchtigkeitsabgabe der Felsen); 4. Ableitung des in der Kellerei entstehenden Kohlendioxids auf die Weinberge, wo es durch diese selbst abgebaut wird; 5. Phytoreinigung der Abwässer (Bimsstein und Pflanzen “verzehren” die biologischen Abfallstoffe)!

Viele Worte, zwei Bilder (© entnommen von der site von Le Mortelle):

le-mortelle-panoramale-mortelle-umweltverträglichkeit

Den Weg zu Le Mortelle: einfach auf die homepage gehen, den Anfahrplan wählen – eh voilà! Kennst Du Dich in der Maremma ein ganz klein wenig aus, dann ist die Anfahrt problemlos! Von Castiglione della Pescaia, die Hauptverbindung Richtung Grossetto (oben: über Land – nicht unten an der Küste entlang!), beim Wegweiser Tirli links weg, ins Landesinnere, auf eine kleine Nebenstrasse, nach ca. 2.5 km kommt auf der rechten Seite die Hinweistafel. Übrigens die Kellerei sieht man nicht von der Strasse aus, da unter bzw. hinter dem Hügel versteckt; alleine der Gutshof oben auf dem Hügel ist sichtbar.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*